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Erste Erfahrungen mit Debian und Xen

Erste Erfahrungen mit Debian und Xen

Autor: Stefan Feeser <Stefan.Feeser_at_familie-feeser.de>
Datum: Sa 16 Jun 2012 - 11:51:15 CEST

Hallo zusammen,

 

wie vor einiger Zeit beschrieben, hatte ich mich bei der gesuchten
Virtualisierungslösung für die Kombination Xen/Debian entschieden und möchte
heute kurz über meine Erfahrungen berichten und auch kurz meine Problemchen
schildern.

 

Daneben sei angemerkt, dass ich in einem Artikel gelesen habe das Xen die
einzige Virtualisierungssoftware ist, welche von allen großen IT Konzernen
gemeinsam vorangetrieben und unterstützt wird. Darüber hinaus ist die Open
Source Software, die ehemals bei der Firma Xen-Source angesiedelt war, seit
2007 unter dem Dach von Citrix zu finden.

 

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte ich auch kurz versucht die von
Michael vorgeschlagene Lösung Oracle VM Virtualbox auf dem Debiansystem zu
installieren. Dies scheiterte allerdings daran, dass die via apt-get
heruntergeladenen Pakete nicht mit dem Kernel der auf meiner Kiste
installiert ist kompatibel war.

 

Nun aber zu meinen Erfahrungen. Xen ist ein sogenannter Hypervisor und
„klemmt“ sich direkt an die Hardware und „ersetzt“ das Betriebssystem. Ich
habe gelesen, dass es offenbar Xen auch in einer Variante gibt, in der kein
anderes Betriebssystem notwendig ist, habe aber überall nur die Variante
gefunden in der zunächst Debian installiert wird (ich hatte die Netinstall
DVD heruntergeladen und das Betriebssystem damit aufgesetzt). Dabei wird u.
a. Grub angepasst und upgedated und nach dem Reboot kann man dann wahlweise
mit dem Standard Linuxkernel oder eben mit Xen starten.

 

Ich bin wie schon geschildert auf einige Probleme gelaufen, da die
Dokumentation im Internet sehr spärlich ist und sich darüberhinaus meist nur
auf Xen 3.0 bezieht. Bei der Installation mit apt-get wird aber 4.0
heruntergeladen und installiert. Nun aber zu den Problemen und den Lösungen
die ich herausgefunden habe:

 

- Im BIOS muss die Virtualisierunsunterstützung der CPU aktiviert
sein

- Das Paket installiert sich primär unter /usr/lib/xen-4.0, so ist
im Unterordner boot auch das Programm hypervisor zu finden. Bei meiner
Konfiguration (Defaults) wurde dies aber immer unter /usr/lib/xen gesucht.
Ich habe daher einfach die Unterordner boot, lib und bin im vorhanden
Verzeichnis /usr/lib/xen gelinkt

- Man benötigt ein sogenanntes Bridging, d. h. virtuelle
Netzwerkadapter werden auf die vorhandene Netzwerkkarte „gelinkt“. Ich habe
im Internet eine Weile gesucht und dann eine Beispiel interfaces Datei
gefunden, die ich dann ein wenig auf meine Gegebenheiten angepasst habe und
mit der es dann funktioniert hat. Ich habe allerdings noch kein Forwarding
oder was auch ggf. noch notwendig wäre eingerichtet, d. h. ich erreiche über
das Debian auf dem ich mich einlogge einen Connect über den ADSL-Router nach
aussen, die „virtuelle Netzwerkkarte“ habe ich dann in einem anderen Netz
und daher kann ich über die „Gastsysteme“ noch keine Netzwerkconnects
aufbauen. Hier will ich aber noch einen Clientcomputer, etwa mit Windows 7
anschliessen und mal sehen ob ich hier eine Kommunikation erreichen kann.
Wie Ihr seht bin ich hier noch nicht so bewandert!

- Des weiteren muss sowohl ein VNC Server wie auch ein Client
installiert sein. Dabei kann ich nur vom Gnome VNC Client abraten. Der kommt
irgendwie mit dem X-Server nicht klar, dann immer wenn ich dann einen Gast
installieren wollte und das Fenster endlich aufgepoppt ist, ist dieses nach
einigen Sekunden wieder zusammengebrochen. Ich verwende jetzt den GTK VNC
Client mit dem ich die „Gastsysteme“ prima erreiche. Der Port hierfür ist
übrigens, im Gegensatz zu dem was ich im Internet gefunden habe, 5900 beim
ersten Gastsystem, bei den weiteren dann 5901, etc. Connecten muss man sich
immer gegen 127.0.0.1, beim nächsten 127.0.0.2, etc.

- Verwaltet wird das Ganze auf der Konsole. Das wichtigste Kommando
ist „xm list“. Hier muss mit der ID die Domäne (die Gastsysteme werden in
Domänen verwaltet) 0, Dom0 vorhanden sein, andernfalls läuft der Dämon xend
nicht.

- Gastsyteme werden dann relativ einfach über eine Configdatei +
ein Isoimage zu erstellen. Dazu einfach das passende Image runterladen und
ablegen. Dann im Ordner in dem die Gastinformationen abgelegt werden sollen
mit „dd“ eine virtuelle Platte erzeugen, die Ihr etwa xenwin2008.img nennt.
Dann die Konfigdatei etwa mit dem Namen xenwin2008.cfg anpassen und das
Ganze wie folt starten

xm create xenwin2008.cfg

 

Zum Abschluss möchte ich noch kurz anführen, welche Unterschiede ich etwa zu
der Oracle VM Virtualbox herausgefunden habe. Dies betrifft vor allem den
VNC Client den ich verwende

 

- Bei der VM Virtualbox kann man ein Extensionpack laden in dem
Treiber für das entsprechende Gastsystem zur Verfügung gestellt werden.
Dadurch kann man etwa die Keymap im Gastsystem auf Deutsch umstellen, was
bei meinem Testsystem jetzt nicht vollständig funktioniert

- Man kann ferner die Fenstergröße des Gastsystems verändern, dies
funktioniert beim Testsystem nicht, habe nur ein Fenster von etwa 800 x 600

- Sendkeys des VNC Clients sind vor allem auf Windowssysteme
abgestimmt.

 

Würde mich freuen von Euch Kommentare, Anregungen und eigene Erfahrungen
hier zu lesen. Ich überlege mir immer noch ob ich mir etwa das Xen Kochbuch,
welches wohl auf Xen 3.0 abzielt zu kaufen oder auf das Buch „Xen“ zu
warten, welches noch nicht erschienen ist, oder einfach doch mit dem Xen
Wiki weiter zu arbeiten….

 

Gruß

 

Stefan
Received on Sat Jun 16 11:51:22 2012


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